{"id":1862,"date":"2019-09-13T13:01:02","date_gmt":"2019-09-13T11:01:02","guid":{"rendered":"http:\/\/thomas-bering.de\/?p=1862"},"modified":"2021-04-29T21:42:54","modified_gmt":"2021-04-29T19:42:54","slug":"cadiz-to-conakry-mit-dem-buschtaxi-von-andalusien-nach-guinea-teil-iii-senegal-gambia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thomas-bering.de\/?p=1862","title":{"rendered":"C\u00c1DIZ to CONAKRY &#8211; Mit dem Buschtaxi von Andalusien nach Guinea &#8211; TEIL III Senegal &#038; Gambia"},"content":{"rendered":"<p>Voraussichtlich ab 6. September 2021 auch im BUCHHANDEL ERH\u00c4LTLICH unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.reise-know-how.de\/de\/produkte\/reisesplitter\/im-schatten-buschtaxi-westafrika-50559?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eIM SCHATTEN \u2013 MIT DEM BUSCHTAXI DURCH WESTAFRIKA\u201c!<\/a> Schon jetzt VORBESTELLBAR im Verlag Reise Know-How &#8211; oder bei Amazon.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.reise-know-how.de\/de\/produkte\/reisesplitter\/im-schatten-buschtaxi-westafrika-50559?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.reise-know-how.de\/de\/produkte\/reisesplitter\/im-schatten-buschtaxi-westafrika-50559?<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2356\" src=\"https:\/\/thomas-bering.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/rs_afrika_u1_dum_web-30-129x200.jpg\" alt=\"\" width=\"129\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/thomas-bering.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/rs_afrika_u1_dum_web-30-129x200.jpg 129w, https:\/\/thomas-bering.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/rs_afrika_u1_dum_web-30.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 129px) 100vw, 129px\" \/><br \/>\n<iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ac&amp;ref=qf_sp_asin_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thomasbering6-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=3831734976&amp;asins=3831734976&amp;linkId=35bf762ffb6dd94b0098efff33ed3b1a&amp;show_border=true&amp;link_opens_in_new_window=true&amp;price_color=333333&amp;title_color=0066c0&amp;bg_color=ffffff\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><br \/>\n<\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/thomas-bering.de\/?page_id=1809\">zur Fotogalerie<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00ceLE DE GOR\u00c9E\/SENEGAL <\/strong><\/p>\n<p>&#8230; Ich hocke auf einer Rettungsinsel, die ein <strong>Siegel<\/strong> mit dem Ablaufdatum &#8211; oder vielleicht auch dem n\u00e4chsten T\u00dcV-Termin \u2013 \u201a03\/2003\u2018 tr\u00e4gt, als das Boot den Hafen von Dakar verl\u00e4sst. Gef\u00fchlte sechshundert Kinder, die mit mir auf dem \u00fcberf\u00fcllten Schiff unterwegs sind, haben gerade begonnen das Alphabet zu lernen und \u00fcben es nun lautstark und eifrig auf ihrem Schulausflug. Dazwischen ihre keifenden Lehrerinnen, die verzweifelt versuchen ihre energiegeladenen Schutzbefohlenen irgendwie unter Kontrolle zu halten. Ich besch\u00e4ftige mich derweil mit der Frage, warum die korrekte Bezeichnung unseres Vehikels, im Franz\u00f6sichen \u201aChaloupe\u2018, doch so viel romantischer klingt, als das deutsche Pendant \u201aSchaluppe\u2018. Dabei betrachte ich die verschiedenen improvisierten Befestigungen, Gurte, undefinierbares Altplastik, Ketten und ein Vorh\u00e4ngeschloss, die meine Rettungsinsel mit \u201ala chaloupe\u2018 verbinden. In einem Notfall w\u00e4re vielleicht Houdini in der Lage das Ding vom Schiff zu l\u00f6sen. Ich k\u00f6nnte die Rettungsinsel allenfalls mit einer Stange Dynamit zu Wasser lassen. &#8230;<\/p>\n<p><strong>DAKAR\/SENEGAL<\/strong><\/p>\n<p>&#8230; Trotz M\u00e4rkten und afrikanischer Medizin, es bleibt dabei: Dakar gef\u00e4llt mir nicht, aber ich bleibe l\u00e4nger als geplant. Ich werde das Gef\u00fchl nicht los, mit der Stadt noch nicht fertig zu sein, dass Dakar seine Essenz im Geheimen vor mir verborgen h\u00e4lt. Trotz mehrfach verl\u00e4ngertem Aufenthalt und weiterem fruchtlosen Vagabundieren in Seitenstra\u00dfen, \u00e4ndert sich das nicht. Heute muss ich wirklich raus aus dem Moloch! Leichter gesagt, als getan. Mein Taxi steht im engen, frenetischen Verkehr des quirligen Sandaga-Marktviertels, wir stehen im Stau auf den breiten Magistralen zum Hafen, nichts bewegt sich auf der Zufahrt zur Stadtautobahn. Anderthalb Stunden braucht das Taxi f\u00fcr die neun Kilometer zur Gare Routi\u00e8re Beau Marcherais in einer Vorstadt Dakars. Zwischen den sich wild einf\u00e4delndem PKWs, erstaunlich entspannten Pferdefuhrwerken, Motorrollern in selbstm\u00f6rderischer Mission und Fu\u00dfg\u00e4ngern mit Wahrnehmungsst\u00f6rung, die gemeinsam jede Kreuzung verstopfen, arbeitet das Heer der Stra\u00dfenh\u00e4ndler unter Gefahr f\u00fcr Leib und Leben. Auf der langen Fahrt habe ich genug Zeit dar\u00fcber nachzudenken, was ich daheim kaufen w\u00fcrde, wenn ich auf dasselbe pfiffige Dienstleistungsangebot wie im Verkehrschaos von Dakar zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnte. Einen Kaffee sicherlich, einen Schokoriegel, ein belegtes Br\u00f6tchen oder eine Packung Zigaretten vielleicht. Der Dakarer &#8211; oder im Deutschen vielleicht der Dakari\/Daiquiri\/Daktari? &#8211; entwickelt im Stau jedoch offensichtlich ausgefallenere Konsumw\u00fcnsche. Hier wird zwischen der stehenden Blechlawine ein Universum von Kuriosit\u00e4ten feilgeboten. W\u00e4hrend die Fahrer brutal um jeden halben gewonnenen Meter k\u00e4mpfen, verkaufen fliegende H\u00e4ndler im stetigen Stop und seltenen Go ausgewachsene Wanduhren, Gesellschaftsspiele, Schuheinlagen und Grillkohleanz\u00fcnder. Das weitere Angebot reicht von mobilen Kleiderschr\u00e4nken, \u00fcber Frisiersets f\u00fcr die Kleinen oder Bauchtrainern bis hin zu Gebetsteppichen. Ich bin nicht davon \u00fcberzeugt, dass dieser \u201aDrive-through\u2018 wirklich der perfekte Standort f\u00fcr ein solches Warensortiment ist. Wieso finde ich als Verk\u00e4ufer einer Wanduhr ausgerechnet auf der Rue Wagane Diouf Kunden? Wie funktioniert das in Dakar? \u201eSchatz, ich finde Du hast in letzter Zeit ein wenig zugelegt. Deshalb habe ich Dir von der Avenue Pompidou Ecke Rue Fenelle heute diesen wirklich tollen Bauchtrainer mitgebracht.\u201c Oder doch eher: \u201eDarling, wenn Du heute Nachmittag auf der Place de l\u2018Independence staust, denkst Du bitte daran bei Babou &#8211; das ist der lustige Dicke mit dem Ringelshirt &#8211; diese wunderbaren Ohrst\u00e4bchen mitzubringen? Ach ja, und f\u00fcr den Spieleabend mit den Diallos am Freitag: Bring doch bitte auch ein neues Scrabble von der Ampel an der Corniche mit, das alte ist ganz verschlissen.\u201c Wie dem auch sei, die Mysterien eines erfolgreichen Product Placement im senegalesische Stra\u00dfenverkauf bleiben im Stau von Dakar ein Buch mit sieben Siegeln. &#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/thomas-bering.de\/?page_id=1809\">zur Fotogalerie<\/a><\/p>\n<p><strong>GAMBIA<\/strong><\/p>\n<p>&#8230; Der Gambia River und der dazugeh\u00f6rige Staat teilen den Senegal praktisch in zwei H\u00e4lften. \u201aThe Gambia\u2018 ist nach z\u00e4hen Verhandlungen zwischen Engl\u00e4ndern und Franzosen 1783 im Versailler Vertrag aus der Taufe gehoben worden. Das kleine Land ist etwa so breit, wie man Ende des achtzehnten Jahrhunderts eine Kanonenkugel mit zeitgen\u00f6ssischer Artillerie schie\u00dfen konnte. Abgefeuert von den Ufern des Gambia River jeweils nach Nord und S\u00fcd. Dazu kommt nat\u00fcrlich noch der Fluss dazwischen. Landmassen in dieser \u00e4u\u00dferst effizienten Art und Weise zwischen den Kolonialm\u00e4chten aufzuteilen, war damals besonders in derart unbedeutenden Landstrichen nicht un\u00fcblich. &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; Das Gespr\u00e4ch kommt schnell auf die aktuelle politische Situation. Erst seit zwei Jahren gibt es eine neue demokratische Regierung in Gambia. Die vorherige Regierung f\u00fchrte Lieutenant A.J.J. Jammeh diktatorisch. Der Unsympath hatte sich 1994, im zarten Alter von neunundzwanzig Jahren, an die Macht geputscht. Kein schlechtes Alter, um ein Land \u00fcber ein paar Dekaden auszusaugen und den verdienten Ruhestand noch in den besten Mannesjahren Jahren im Ausland zu genie\u00dfen, wenn auch in \u00c4quatorial-Guinea. Im Museum sehe ich Fotos von ihm. A.J.J. Jammehs Coolness ist galaktisch und nicht mehr zu toppen: Gleichg\u00fcltiger Ausdruck um die Mundwinkel, die dunkle Sonnenbrille verdeckt das halbe Gesicht, das rote Barett sitzt keck leicht schr\u00e4g, auch die Gangster-Rapper k\u00f6nnen das nicht besser. M\u00fcsste ich die Karikatur eines Diktators zeichnen, A.J.J. Jammeh k\u00e4me ihr verdammt nahe. Auch ohne Worte gibt die Mimik des Diktators auf den ausgestellten Portraits seinen Untertanen knallhart zu verstehen: \u201eIch bin gef\u00e4hrlich! Nope, ich bin kein f\u00fcrsorglicher Landesvater! Und lasst mich blo\u00df mit Eurem Kram in Ruhe, w\u00e4hrend ich das Land pl\u00fcndere!\u201c Jammeh baute in dem kleinen Land einen allwissenden Inlandsgeheimdienst und ein heimt\u00fcckisches Drogendezernat auf. Das Drogendezernat fahndete selten nach Drogen, schob unliebsamen B\u00fcrgern oder Journalisten aber umso h\u00e4ufiger welche unter. Angeblich gab es kein Gesch\u00e4ft in Gambia in dem der B\u00f6sewicht nicht seine schmutzigen Pfoten hatte. Gefiel ihm auf einer seiner Inspektionsreisen durchs Land, ein Unternehmen oder eine Hotelanlage gab es von seiner Entourage sofort ein Angebot, das man nicht ablehnen konnte. Vor zwei Jahren ist er etwas unvorsichtig geworden. Nachdem er mehrfach als Pr\u00e4sident wiedergew\u00e4hlt wurde, verga\u00df seine Herrlichkeit bei der letzten Wahl, im Vorfeld gen\u00fcgend Stimmen zu kaufen und die F\u00e4lschung des Wahlergebnisses ordentlich vorzubereiten. \u00dcberraschenderweise hatte pl\u00f6tzlich eine Neun-Parteien-Koalition unter einem gewissen Barrow die Nase vorn. Jammeh, sch\u00fcttelte sich kurz, gab aber nicht klein bei. Vierzig Tage standen die Dinge in Gambia Spitz auf Knopf, das Land hielt den Atem an. Kommt die neue Regierung ins Amt oder treibt Jahmmehs Milit\u00e4r dem Volk die demokratischen Flausen aus. Ausl\u00e4nder gingen au\u00dfer Landes. \u201eAfrikanische Soldaten sind nicht furchtsam, wenn es darum geht auf unbewaffnete Zivilisten zu schie\u00dfen\u201c, lautete Sukuta-Joes zynischer Kommentar zur Lage.<\/p>\n<p>Doch dem neu gew\u00e4hlten Pr\u00e4sident Barrow gelang es \u2013 wenn auch nur \u00e4u\u00dferst knapp &#8211; den H\u00e4schern seines Vorg\u00e4ngers zu entkommen. In einem Flugzeug, in das ihn ein senegalesischer Diplomat geschmuggelt hatte. Im Senegal wurde er dann in der gambischen Botschaft vereidigt. Erst auf Druck einer Koalition westafrikanischer Staaten, die dem kleinen Gambia mit dem Einmarsch drohten, gab Jammeh schlie\u00dflich nach, w\u00e4hrend eine nigerianische Fregatte schon die kurze K\u00fcste blockierte. Das kleine Gambia h\u00e4tte den Armeen mehrerer westafrikanischer Staaten wenig entgegenzusetzen gehabt. Jammeh konnte das Land, wenn auch etwas \u00fcberhastet, verlassen. Ihm blieb gerade noch gen\u00fcgend Zeit, um auf dem Weg zum Flughafen die Zentralbank zu pl\u00fcndern. In den Tresoren seiner Residenz soll man in gro\u00dfen Mengen hochreines Heroin und Kokain gefunden haben. Eigenbedarf oder Indiz f\u00fcr die in der Region weit verbreiteten halbstaatlichen Nebengesch\u00e4fte mit gewissen s\u00fcdamerikanischen Gesch\u00e4ftsleuten?<\/p>\n<p>Die multinationale Aktion diverser westafrikanischer Staaten zur Durchsetzung demokratischer Wahlergebnisse bleibt jedoch ein ermutigendes Beispiel daf\u00fcr, dass auch die afrikanischen Staaten Positives bewirken k\u00f6nnen. &#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/thomas-bering.de\/?page_id=1809\">zur Fotogalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Voraussichtlich ab 6. September 2021 auch im BUCHHANDEL ERH\u00c4LTLICH unter dem Titel \u201eIM SCHATTEN \u2013 MIT DEM BUSCHTAXI DURCH WESTAFRIKA\u201c! 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