{"id":1798,"date":"2019-07-18T14:34:39","date_gmt":"2019-07-18T12:34:39","guid":{"rendered":"http:\/\/thomas-bering.de\/?p=1798"},"modified":"2021-04-29T21:45:36","modified_gmt":"2021-04-29T19:45:36","slug":"cadiz-to-conakry-mit-dem-buschtaxi-von-andalusien-nach-guinea-teil-ii-d-a-r-s-mauretanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thomas-bering.de\/?p=1798","title":{"rendered":"C\u00c1DIZ to CONAKRY &#8211; Mit dem Buschtaxi von Andalusien nach Guinea &#8211; TEIL II D.A.R.S. &#038; Mauretanien"},"content":{"rendered":"<p>Voraussichtlich ab 6. September 2021 auch im BUCHHANDEL ERH\u00c4LTLICH unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.reise-know-how.de\/de\/produkte\/reisesplitter\/im-schatten-buschtaxi-westafrika-50559?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eIM SCHATTEN \u2013 MIT DEM BUSCHTAXI DURCH WESTAFRIKA\u201c!<\/a> Schon jetzt VORBESTELLBAR im Verlag Reise Know-How &#8211; oder bei Amazon.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.reise-know-how.de\/de\/produkte\/reisesplitter\/im-schatten-buschtaxi-westafrika-50559?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.reise-know-how.de\/de\/produkte\/reisesplitter\/im-schatten-buschtaxi-westafrika-50559?<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2356\" src=\"https:\/\/thomas-bering.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/rs_afrika_u1_dum_web-30-129x200.jpg\" alt=\"\" width=\"129\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/thomas-bering.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/rs_afrika_u1_dum_web-30-129x200.jpg 129w, https:\/\/thomas-bering.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/rs_afrika_u1_dum_web-30.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 129px) 100vw, 129px\" \/><br \/>\n<iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ac&amp;ref=qf_sp_asin_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thomasbering6-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=3831734976&amp;asins=3831734976&amp;linkId=35bf762ffb6dd94b0098efff33ed3b1a&amp;show_border=true&amp;link_opens_in_new_window=true&amp;price_color=333333&amp;title_color=0066c0&amp;bg_color=ffffff\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><br \/>\n<\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/thomas-bering.de\/?page_id=1809\">Hier gehts zur Fotogalerie<\/a><\/p>\n<p>DEMOKRATISCH ARABISCHE REPUBLIK SAHARA (D.A.R.S.):<\/p>\n<p>Mohmammed VI (der aktuelle marokkanische K\u00f6nig, auch M6) besuchte gerade einen Hammam, als ihm ein Flaschengeist erschien.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0 \u201eEinen Wunsch hast du frei\u201c, bot ihm der Geist an.<\/p>\n<p>&#8211; \u201eIch m\u00f6chte wirklich gerne noch einmal mit meinem verstorbenen Vater K\u00f6nig Hassan II \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 plaudern.\u201c<\/p>\n<p>&#8211; \u201eOh, einen Toten zum Leben zu erwecken, das ist ein schwieriger Wunsch\u201c, entgegnete der \u00a0\u00a0\u00a0 Flaschengeist. \u201eHast Du nicht noch einen anderen Wunsch?\u201c<\/p>\n<p>&#8211; \u201eNa ja, ich m\u00f6chte gerne, dass die West-Sahara ein Teil Marokkos wird\u201c, sagte M6.<\/p>\n<p>&#8211; \u201eOK, lehn\u2018 Dich einen Moment zur\u00fcck, ich schaue derweil, dass ich Deinen Vater \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 auftreiben kann!\u201c<\/p>\n<p>Saharawi-Witz<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8230;Derweil bek\u00e4mpft die POLISARIO den marokkanischen Staat aus der W\u00fcste heraus. Auf 2.700 Kilometern L\u00e4nge quer durch die Sahara hat sich die Provinz hinter dem Hassan Wall verschanzt. Bewacht von 130.000 Soldaten, alle drei Kilometer mit einem Kommandoposten best\u00fcckt, ausgestattet mit jedwedem elektronischen Schnickschnack, Bewegungsmeldern und Stacheldraht, soll ein Streifen Landminen f\u00fcr die Extra-Portion Sicherheit hinter dem Hassan-Wall sorgen. Immerhin ein Drittel von K\u00f6nig Mohameds Provinz liegt jenseits der Mauer und wird von Marokko nicht kontrolliert. Marokko betreibt somit mitten in der W\u00fcste die l\u00e4ngste zusammenh\u00e4ngende Mauer der Welt. Ein sch\u00f6nes Anschauungsobjekt f\u00fcr den derzeit gr\u00f6\u00dften aller Staatsm\u00e4nner und seine Baupl\u00e4ne an der mexikanischen Grenze. Derzeit schwelt der Konflikt auf kleiner Flamme mit einer Strategie der gegenseitigen Nadelstiche. Der inzwischen schlafende Krieg hat nach Sch\u00e4tzungen wohl die H\u00e4lfte der Saharawis nach Algerien oder in den von Marokko nicht kontrollierten Teil der D.A.R.S. hinter Hassans Wall vertrieben. Kritische, nach Unabh\u00e4ngigkeit oder Selbstbestimmung rufende Stimmen der Saharawis verschwinden immer noch in den Kellern der marokkanischen Geheimpolizei.<\/p>\n<p>Der derzeitige, fragile Waffenstillstand wird seit 1991 von der UN \u00fcberwacht. Klares Ziel der UN-Mission ist die Abhaltung des lange versprochenen Referendums zur Selbstbestimmung der Bev\u00f6lkerung. Aber wer darf abstimmen? Es scheint unm\u00f6glich, hier eine Einigung herbeizuf\u00fchren. Die POLISARIO besteht darauf, dass nur die Saharawis und deren Kinder stimmberechtigt sind, die zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft, also vor fast 45 Jahren, in dem Territorium lebten. Marokko fasst den Kreis der Stimmberechtigten nat\u00fcrlich weiter. Erschwerend hinzu kommt die Neigung gro\u00dfer Teile der Bev\u00f6lkerung einer nomadischen Lebensform zu fr\u00f6nen. Wer war wann wo? Und wer soll das feststellen? In der W\u00fcste gibt es keine Geburtsurkunden. Ein solcher Konflikt ist nicht mehr aufzudr\u00f6seln. W\u00e4hrenddessen schafft Marokko Fakten, errichtet Stra\u00dfen und H\u00e4fen, baut Hotels, pflastert die W\u00fcste mit Armee-Camps und f\u00f6rdert den Zuzug neuer potentiell Stimmberechtigter aus dem Norden mit Steuer- und Zollfreiheit. Die Saharawis indes tr\u00e4umen von einer Intifada.<\/p>\n<p>Und was macht die marokkanische und die europ\u00e4ische Jugend vor dem Hintergrund dieses frustrierend politischen Konflikts in der West-Sahara? Sie geht Kite-Surfen! Dakhla auf einer sandigen 50 Kilometer langen Landzunge im Atlantik gelegen, bietet in einer Lagune mit best\u00e4ndigem Wind beste Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr die Kite-Surfer. Marokko hofft, diese Destination auf der Weltkarte der Fun-Sportarten zu etablieren, Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen und die W\u00fcste hier vielleicht noch ein wenig marokkanischer zu machen. Nach 1.400 Kilometern Fahrt von Marrakech, auf der es selten mehr als Steine zu sehen gab, ist das Meer der bunten Segel \u00fcber der Bucht ein fast surrealer Anblick. Genauso surreal, wie die Vielzahl der Wohnmobile, die es bis hierher geschafft haben und die majest\u00e4tischen D\u00fcnen verschandeln. Haupts\u00e4chlich Franzosen und Spanier \u00fcberwintern kosteng\u00fcnstig, oft auch in bewachten Camps irgendwo in der W\u00fcste. Kein Wunder; Wenn man mit F\u00fcnfundf\u00fcnfzig in Pension gehen darf, ist man auch noch fit genug, um es mit dem Wohnmobil bis zur mauretanischen Grenze zu schaffen!<\/p>\n<p>Noch ist in Dakhla der Traum vom gro\u00dfen Geld in weiter Ferne. Von Massentourismus kann keine Rede sein. Abgesehen von ein paar Restaurants und Hotels an breiten, staubigen und menschenleeren Boulevards, d\u00f6st Dakhla in der stechenden Sonne vor sich hin. Verst\u00f6rte Stadtv\u00e4ter werten die Promenade mit der Skulptur einer \u00fcberdimensionalen Teekanne auf, Schlepper versuchen Fahrten mit dem Elektro-Go-Kart ans Kind zu bringen. Die M\u00e4nner hocken stundenlang in den Caf\u00e9s. Ein paar Kite-Surfer fahren hinaus zu den Str\u00e4nden. Auf den M\u00e4rkten findet ein wenig Transithandel mit dem Sahel statt, Westafrikaner verh\u00f6kern billige Klamotten und die reichen Fischgr\u00fcnde vor der K\u00fcste, werden von Dakhla aus erschlossen. Saharawis sind kaum zu sehen, aber es f\u00e4llt auf, dass hier und da die Bekleidung der Damen etwas bunter und luftiger wird. Erst nachts belebt sich das kleine Zentrum um den Markt. Berge billiger Klamotten und eine See aus Plastik-Flip-Flops werden feilgeboten. Dakhla mit seinen breiten Boulevards ist bereit, wartet aber noch auf seine goldene Zukunft im Reich des M6&#8230;<\/p>\n<p>MAURETANIEN:<\/p>\n<p>&#8230;Gegen elf Uhr nachts ist die Hauptstadt Nouakchott erreicht. An einer breiten nicht schlecht, sondern gar nicht beleuchteten Stra\u00dfe, h\u00e4lt unser Bus &#8211; Endstation. Eine Stra\u00dfe, die weder einen hauptst\u00e4dtischen und schon gar nicht den Eindruck macht, dass schon hinter der n\u00e4chsten Ecke das Lichtermeer von Downtown wartet. \u00dcber dem heruntergelassenen Rolltor einer schmuddeligen Garage brennt eine kahle zwanzig Watt Birne. Was ist das hier? Wo bin ich? Vorort, Gewerbegebiet, Stadtzentrum? Das GPS legt mir nahe im Stadtzentrum zu sein, w\u00e4re ein solches auf der Karte klar auszumachen. Meine reservierte Unterkunft kennt kein Mensch. Laut eigener Beschreibung im Internet ist sie im Gewirr namenloser, nicht asphaltierter Stra\u00dfen sowieso nur schwer zu finden. Das Telefon nimmt dort niemand ab. Die Traube der Taxifahrer hat sich inzwischen gelichtet \u2013 die meisten sind mit den letzten Fahrg\u00e4sten in den Feierabend verschwunden. Die beiden verbliebenen Fahrer wollen jetzt endlich los und versuchen ziemlich robust, mich in eines ihrer maroden Gef\u00e4hrte zu zerren, egal wohin. Ali, mein Sitznachbar im Bus, ein marokkanischer Gesch\u00e4ftsmann, hilft mit einer Telefonnummer aus und vermittelt mich an das Hotel Ikrame, dass er angeblich gut kennt. Ich z\u00f6gere, ob ich mit einem dieser rauen, Taxi fahrenden Gesellen allein im klapprigen Gef\u00e4hrt zu einer Fahrt ins Unbekannte aufbrechen soll. Erschwerend hinzu, kommen die Preis-Verhandlungen: Die Entfernung zum Hotel ist nur schwer bestimmbar und nachts sind die Fahrten in Nouakchott angeblich um ein Vielfaches teurer. Zu allem \u00dcberfluss werden nach der W\u00e4hrungsreform des mauretanischen Ouguiyas, bei der eigentlich eine Null gestrichen wurde, alle Preise immer noch in der alten, zehnmal h\u00f6heren Summe, genannt. Bei einem Preis von zweihundert Ouguiya werden also Zweitausend gefordert. Werden die Zweitausend nur aus Gewohnheit genannt oder auch gemeint? Alle Verhandlungen finden selbstverst\u00e4ndlich zwischen einem ehemaligen Franz\u00f6sisch-F\u00fcnferkandidaten und einem nicht akzentfreien Muttersprachler statt. Schlie\u00dflich wedeln wir im Dunklen flei\u00dfig mit Geldscheinen. Gefordert ist letztendlich eine frische Banknote \u00fcber zweihundert neue Ouguiya. Als die Verhandlung weiterer Details unseres Transportvertrages dann doch zu konfus wird, regelt Ali alles weitere. Er begleitet mich und nutzt die Gelegenheit zu einem kleinen Wiedersehen mit dem Hotelmanager. Hat f\u00fcr mich den Vorteil, dass ich einen anst\u00e4ndigen Preis bekomme und der Manager mir jetzt, durch seine Bekanntschaft zu Ali, pers\u00f6nlich verpflichtet ist. Schon nach wenigen gewechselten Worten, gelobt er bei der Ehre seines Geschlechtes in ganz Mauretanien einen Schutzschirm \u00fcber mir auszubreiten. So jedenfalls, verstehe ich das gro\u00dfe Tamtam und die ausladenden Gesten. Wahrscheinlich getreu des mauretanischen Landesmottos \u201aHonneur, fraternit\u00e9, justice\u2018.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklich im Hotel Ikrame angekommen, sp\u00fcle ich den Staub der Landstra\u00dfe mit einer eiskalten Cola und den Resten meines aus Spanien geschmuggelten Whiskys herunter. Ob der illegale Alkoholschmuggel zum Eigenbedarf eine gute Idee war, dar\u00fcber gehen sp\u00e4ter die Meinungen der Afrikakenner auseinander. Mauretanien ist zu einhundert Prozent alkoholfrei. Unser Gep\u00e4ck wurde bei der Einreise nicht kontrolliert, um die Busse herum waren allerdings \u201aSniffer-dogs\u2018 auf Drogensuche. Die einen sagen, Alkohol wird in kleinen Mengen geduldet, ein alter Afrika-Hase erz\u00e4hlt mir sp\u00e4ter, dass er erwischt wurde und drei Tage auf ein Scharia-Gericht warten musste. Dabei geht es nicht unbedingt um das Abschlagen von H\u00e4nden oder K\u00f6pfen. Dem Scharia-Gericht h\u00e4tte er zun\u00e4chst erkl\u00e4ren m\u00fcssen, dass es sich bei der beschlagnahmten Palette Red Bull nicht um Alkohol handelt, was die geforderte Strafzahlung von 1.300 Euro schon betr\u00e4chtlich reduzierte. Anschlie\u00dfend waren nur noch dreizehn B\u00fcchsen Bier Gegenstand der Verhandlung. Nach z\u00e4hem Feilschen einigte sich das hohe Gericht mit dem Delinquenten schlie\u00dflich auf zehn Euro pro B\u00fcchse. \u201eBismillah, cent et trente euros\u201c. So soll es sein: \u201eIm Namen Allahs, hundertdrei\u00dfig Euro, bitte!\u201c \u201eKein Einspruch, Euer Ehren\u201c. Geschichten dieser Art scheinen sich in letzter Zeit zu h\u00e4ufen. Also, wohl bekomm\u2018s in Mauretanien! &#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/thomas-bering.de\/?page_id=1809\">Zur Fotogalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Voraussichtlich ab 6. September 2021 auch im BUCHHANDEL ERH\u00c4LTLICH unter dem Titel \u201eIM SCHATTEN \u2013 MIT DEM BUSCHTAXI DURCH WESTAFRIKA\u201c! Schon jetzt VORBESTELLBAR im Verlag Reise Know-How &#8211; oder bei Amazon. https:\/\/www.reise-know-how.de\/de\/produkte\/reisesplitter\/im-schatten-buschtaxi-westafrika-50559? 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